Heutzutage ersetzt das Handy auf dem Motorrad oft das herkömmliche Navigationsgerät. Damit es während der Fahrt gut sichtbar und sicher an seinem Platz bleibt, benötigt es jedoch eine passend ausgewählte Halterung. Dabei sind nicht nur der Preis oder das Aussehen entscheidend. Die Halterung muss zu den Abmessungen des Handys, dem Durchmesser des Lenkers und der Art und Weise passen, wie Sie das Handy unterwegs nutzen möchten.
- Welche Arten von Handyhaltern für Motorräder gibt es?
- Worauf sollte man bei der Auswahl einer Handyhalterung für das Motorrad achten?
- Vergleich ausgewählter Handyhalterungen für Motorräder
- Welcher Halter ist der richtige für Sie?
- Die häufigsten Fehler bei der Auswahl einer Halterung
- Häufig gestellte Fragen
- Wie wählt man also die richtige Halterung aus?

Manchen reicht eine einfache Halterung, um das Navigationsgerät gelegentlich zu nutzen. Andere benötigen ein Anti-Vibrationssystem, kabelloses Laden oder eine wasserdichte Hülle, um bei jedem Wetter reisen zu können. In unserem Vergleich finden Sie 11 ausgewählte Halterungen und Hüllen, die sich in ihrer Konstruktion, Kompatibilität und Ausstattung unterscheiden.
Welche Arten von Handyhaltern für Motorräder gibt es?

Offene Universalhalterungen
Das Smartphone wird direkt zwischen die Backen oder Arme der Halterung eingelegt. Der Vorteil liegt in der universellen Verwendbarkeit, ohne dass eine spezielle Smartphone-Hülle angeschafft werden muss. Vor dem Kauf sollten jedoch die Mindest- und Höchstmaße der unterstützten Geräte überprüft werden.
Die offene Bauweise ermöglicht eine gute Kühlung des Handys und in der Regel auch einen einfachen Zugang zum Ladeanschluss. Das Handy selbst ist jedoch nicht vor Regen, Staub oder Schmutz geschützt.
Systemhalterungen
Eine Systemhalterung verwendet eine spezielle Handyhülle oder einen Universaladapter, der in die am Motorrad befestigte Basis einrastet. Der Vorteil liegt in der schnellen Befestigung und Entfernung des Handys sowie in der Regel auch in der kompakten Bauweise.
Beim Preisvergleich muss man berücksichtigen, dass die Halterung allein möglicherweise keine Komplettlösung darstellt. Für das System müssen unter Umständen noch eine Handyhülle, ein Universaladapter, ein Antivibrationsmodul oder ein Ladekopf zusätzlich erworben werden.
Wasserdichte Hüllen
Eine wasserdichte Hülle schützt das darin befindliche Smartphone vor Regen, Staub und Schmutz. Die transparente Vorderseite ermöglicht in der Regel die Bedienung des Touchscreens, ohne das Smartphone herausnehmen zu müssen.
Nachteile können die größere Bauweise, Reflexionen auf dem Display und eine schlechtere Kühlung sein. Vor allem an Sommertagen kann die Kombination aus Navigation, hoher Bildschirmhelligkeit, Aufladen und der geschlossenen Hülle zu einer deutlich stärkeren Erwärmung des Handys führen.
Worauf sollte man bei der Auswahl einer Handyhalterung für das Motorrad achten?
Abmessungen des Handys
Orientieren Sie sich bei der Auswahl nicht nur an der Bildschirmdiagonale. Zwei Handys mit derselben Bildschirmdiagonale können unterschiedliche Breiten, Höhen und Stärken aufweisen.
Messen Sie daher das gesamte Smartphone einschließlich Schutzhülle. Achten Sie bei offenen Halterungen vor allem auf die minimale und maximale Breite sowie Dicke. Vergleichen Sie bei geschlossenen Halterungen die vollständigen Innenmaße.
Überprüfen Sie auch die Position der Seitentasten. Die Backen der Halterung sollten nicht auf die Ein-/Aus-Taste oder die Lautstärkeregler drücken.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, helfen wir Ihnen gerne online oder in einer unserer Filialen bei der Auswahl.
Befestigung am Motorrad

Die meisten Universalhalterungen werden mit einer Klemme an runden Lenkern befestigt. Messen Sie vor der Bestellung den Durchmesser des Lenkers und prüfen Sie, ob an der gewünschten Stelle ausreichend Platz vorhanden ist.
Die Halterung darf die Bewegung des Lenkers nicht einschränken, das Armaturenbrett nicht verdecken und die Bedienelemente nicht behindern. Das Smartphone sollte gut lesbar sein, aber gleichzeitig die Sicht nicht unnötig beeinträchtigen.
Bei einigen Systemen ist auch eine Befestigung unter dem Rückspiegel, am Lenkerhals, an der Halterung des Brems- oder Kupplungshebels oder am Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters möglich. Diese Adapter sind jedoch möglicherweise nicht im Lieferumfang enthalten.
Antivibrationssystem
Vibrationen vom Motor und durch Unebenheiten werden über den Lenker auch auf das Smartphone übertragen. Eine langfristige Einwirkung starker Vibrationen kann sich vor allem auf die empfindlichen Mechanismen der Kamera und die optische Bildstabilisierung negativ auswirken. Apple empfiehlt beispielsweise, bei der Befestigung des Smartphones am Motorrad eine Halterung mit Vibrationsdämpfung zu verwenden.
Bei einigen Halterungen kann das Antivibrationssystem direkt in die Konstruktion integriert sein. Bei anderen Systemen ist das Dämpfungsmodul nur als optionales Zubehör erhältlich. Einfache Halterungen verfügen möglicherweise über keine separate Dämpfung.
Vibrationsdämpfung ist keine Garantie dafür, dass das Smartphone niemals durch Vibrationen beschädigt werden kann. Sie trägt jedoch dazu bei, die Übertragung der Vibrationen zu begrenzen, und ist insbesondere bei regelmäßiger Nutzung der Navigation, auf längeren Fahrten oder auf Motorrädern mit stärkeren Vibrationen sinnvoll.
Befestigungsart des Handys
Das Smartphone kann mit Federbacken, einer mechanischen Verriegelung, einem Vier-Punkt-System oder einem speziellen Schnellverschlussmechanismus gesichert werden.
Die Festigkeit der Befestigung ist wichtig, sollte jedoch nicht auf Kosten einer komplizierten Bedienung gehen. Das Smartphone sollte sich innerhalb weniger Sekunden, idealerweise mit einer Hand, einsetzen und herausnehmen lassen. Führen Sie die Handhabung immer erst nach dem sicheren Anhalten durch.
Bei Halterungen für größere oder robuste Smartphones sollten Sie auch die maximale Dicke des Geräts überprüfen. Eine robuste Schutzhülle kann mehrere Millimeter hinzufügen, sodass das Smartphone möglicherweise nicht in die Halterung passt.
Aufladen des Handys

Bei ganztägiger Nutzung der Navigation entlädt sich der Akku deutlich schneller als im Normalbetrieb. Für längere Fahrten ist dahereine Halterung mit kabellosem Laden oder der Möglichkeit, ein Ladekabel anzuschließen, sinnvoll.
Das kabellose Laden ist bequem, seine tatsächliche Leistung wird jedoch durch das verwendete Smartphone, die Schutzhülle, die genaue Position des Geräts sowie dessen Temperatur beeinflusst. Bei hohen Temperaturen kann das Smartphone die Ladeleistung automatisch drosseln.
Bei der Installation einer Stromversorgung über die Motorradbatterie muss das Kabel so verlegt werden, dass es nicht gespannt ist, keine heißen Teile berührt und die Lenkung nicht behindert.
Wasserschutz

Es ist wichtig, zwischen der Wasserfestigkeit der Halterung und dem Schutz des darin befindlichen Smartphones zu unterscheiden. Die Ladeelektronik kann zwar eine hohe Schutzart aufweisen, doch wenn das Smartphone in offenen Haltebacken befestigt ist, ist es vor Regen nicht geschützt.
Schutz vor Wasser bietet erst eine geschlossene Hülle oder die Wasserdichtigkeit des Handys selbst. Aber auch bei einer Hülle sollten Sie nicht automatisch davon ausgehen, dass das Handy untergetaucht werden kann. Die Schutzklasse IPX4 bedeutet beispielsweise Schutz vor Spritzwasser und Regen, nicht jedoch vollständige Wasserdichtigkeit.
Vergleich ausgewählter Handyhalterungen für Motorräder
Der Vergleich basiert auf den technischen Angaben der einzelnen Produkte und Hersteller. Es handelt sich nicht um Ergebnisse eines praktischen Fahrtests.
Welcher Halter ist der richtige für Sie?
Für den gelegentlichen Einsatz der Navigation
Für kürzere Fahrten kann eine einfache Universalhalterung ohne Ladefunktion und ohne Antivibrationsmodul ausreichen. Wichtig ist vor allem, das Smartphone und den Lenker richtig auszumessen. Eine solche Lösung ist kostengünstiger und in der Regel auch konstruktiv einfacher.
Für den täglichen Einsatz
Bei regelmäßiger Nutzung lohnt sich eine Halterung mit integrierter Vibrationsdämpfung und schneller Einsteckmöglichkeit für das Smartphone. Praktisch ist die Möglichkeit, den Mechanismus mit einer Hand zu bedienen; das Smartphone sollten Sie jedoch immer erst nach dem Anhalten einlegen und entnehmen.
Für lange Fahrten
Auf längeren Fahrten werden Sie das Antivibrationssystem und die Möglichkeit, das Smartphone während der Fahrt aufzuladen, zu schätzen wissen. Das kabellose Laden ist bequemer, während der USB-C-Anschluss auch für andere elektronische Geräte, wie beispielsweise eine Gegensprechanlage, genutzt werden kann.
Überprüfen Sie vor der Fahrt immer, ob das Smartphone bei gleichzeitig laufender Navigation und hoher Helligkeit tatsächlich aufgeladen wird oder ob das Ladegerät lediglich den Entladevorgang verlangsamt.
Für große oder robuste Smartphones
Robuste Handys sind in der Regel breiter, dicker und schwerer als herkömmliche Smartphones. Wählen Sie nach den tatsächlichen Abmessungen und nicht nach der Bildschirmdiagonale. Achten Sie außerdem auf die Tragkraft, die Größe der Haltebacken und darauf, ob die Halterung die Seitentasten nicht drückt.
Für Fahrten bei Regen
Eine wasserdichte Hülle schützt das Handy vor Regen und Schmutz, kann aber gleichzeitig die Kühlung beeinträchtigen. Achten Sie im Sommer auf die Temperatur des Handys, insbesondere wenn Sie gleichzeitig die Navigation nutzen und das Gerät aufladen.
Zum schnellen Entnehmen des Handys
Am bequemsten sind Systemhalterungen oder Schnellwechselhalterungen. Das Smartphone lässt sich innerhalb weniger Sekunden abnehmen, allerdings müssen Sie möglicherweise eine kompatible Schutzhülle oder einen Adapter verwenden.
Die häufigsten Fehler bei der Auswahl einer Halterung
Der häufigste Fehler ist die Auswahl allein anhand der Bildschirmdiagonale. Das Smartphone muss einschließlich Schutzhülle vermessen und in Breite, Höhe und Dicke verglichen werden.
Häufig werden auch der Durchmesser des Lenkers und der Freiraum um die Bedienelemente herum vergessen. Die Halterung mag zwar vom Durchmesser der Klemme her passen, doch aufgrund von Kabeln, dem Rückspiegel oder dem Armaturenbrett gibt es möglicherweise keinen Platz, an dem sie sicher angebracht werden kann.
Ein weiterer Fehler ist der Vergleich des Preises einer Universalhalterung mit dem Preis der Basisstation einer Systemlösung. Bei Systemhalterungen müssen Sie die Handyhülle, den Adapter, das Antivibrationsmodul und gegebenenfalls die Ladefunktion mit einkalkulieren.
Die Wasserdichtigkeit der Ladeelektronik bedeutet zudem nicht, dass auch das Smartphone vor Regen geschützt ist. Bei offenen Halterungen kommt es auf die Widerstandsfähigkeit des Geräts selbst oder die Verwendung einer zusätzlichen Schutzhülle an.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für mein Motorrad eine Schwingungsdämpfungshalterung?
Bei regelmäßiger Nutzung des Smartphones am Lenker ist eine vibrationsdämpfende Halterung eine sinnvolle Wahl. Besonders wichtig ist dies bei Motorrädern mit starken Vibrationen, auf langen Fahrten und bei Smartphones mit optischer Bildstabilisierung.
Kann die Halterung die Kamera des Handys beschädigen?
Die mechanische Befestigung an sich stellt in der Regel kein Problem dar, solange die Klemmen nicht direkt auf die Kamera drücken. Ein Risiko können jedoch langfristige Vibrationen darstellen, die vom Motor und vom Lenker übertragen werden. Doch auch eine vibrationsdämpfende Halterung kann keinen hundertprozentigen Schutz garantieren.
Kann man das Handy in der Schutzhülle benutzen?
Es kommt auf die maximale Breite und Dicke an, die von der jeweiligen Halterung unterstützt werden. Messen Sie das Smartphone immer mit aufgesetzter Schutzhülle. Bei sehr dicken oder robusten Schutzhüllen kann es erforderlich sein, eine Halterung mit größerem Klemmbereich zu wählen.
Was ist besser: eine offene Halterung oder eine wasserdichte Hülle?
Eine offene Halterung sorgt für eine bessere Kühlung, eine einfachere Handhabung und ist in der Regel kompakter. Ein wasserdichtes Gehäuse schützt besser vor Regen und Schmutz, kann jedoch die Lesbarkeit des Displays und die Wärmeableitung beeinträchtigen.
Funktioniert der Touchscreen durch die wasserdichte Hülle hindurch?
Die meisten Handyhüllen für Motorräder sind mit einer transparenten Touchscreen-Folie ausgestattet. Die Empfindlichkeit kann jedoch geringer sein als bei der direkten Bedienung des Displays, insbesondere mit Handschuhen oder bei Regen.
Ist die Quad Lock-Halterung eine Komplettlösung?
Die Halterung für den Lenker allein reicht nicht aus. Das Smartphone muss über eine kompatible Quad-Lock-Hülle oder einen Universaladapter verfügen. Das Antivibrationsmodul und der Ladekopf müssen je nach gewünschter Konfiguration separat erworben werden.
Kann sich das Handy in der Hülle überhitzen?
Ja. Das Risiko steigt bei hohen Außentemperaturen, direkter Sonneneinstrahlung, laufender Navigation, maximaler Displayhelligkeit und gleichzeitigem Laden. Wenn eine Warnung wegen hoher Temperatur angezeigt wird, beenden Sie den Ladevorgang und lassen Sie das Telefon abkühlen.
Wie wählt man also die richtige Halterung aus?
Messen Sie zunächst das Smartphone einschließlich Schutzhülle sowie den Durchmesser des Lenkers. Entscheiden Sie dann, ob Sie ein Antivibrationssystem, eine Ladefunktion oder Schutz vor Regen benötigen.
Für den gelegentlichen Gebrauch kann eine einfache Universalhalterung ausreichen. Bei regelmäßiger Nutzung der Navigation ist ein Modell mit Vibrationsdämpfung sinnvoller. Auf langen Fahrten werden Sie auch die Ladefunktion zu schätzen wissen, und bei Fahrten bei wechselhaftem Wetter kann eine wasserdichte Hülle besser geeignet sein.
Eine richtig ausgewählte Halterung hält das Smartphone sicher an seinem Platz, ermöglicht eine bequeme Nutzung der Navigation und behindert nicht bei der Steuerung des Motorrads.
MotoZem-Halterungen:
Autorin: Jana Prnková