Als Honda in den 1970er Jahren die CB750 Hodamatic mit einem hydraulisch betätigten Zweigang-Getriebe auf den Markt brachte, ahnte die beliebte Marke wohl nicht, welche Revolution und Kontroverse sie damit auslösen würde. Dieses interessante Experiment kam bei den Fahrern jedoch nicht wirklich an, und das war auch bei der DN-01 von 2008 nicht anders, die mit einem hydromechanischen HFT-Getriebe ausgestattet war und sanfte Gangwechsel ermöglichte. Aber!

Die Einführung des Doppelkupplungsgetriebes (DCT) bei der VFR1200F im Jahr 2009 war das Jahr des Durchbruchs. Die aus der Automobilwelt übernommene Technologie , die schnelles und sanftes Schalten ohne manuelle Kupplungsbetätigung verspricht , wurde plötzlich zum Verkaufsschlager, und bis 2020 wurden allein in Europa über 140.000 Motorräder mit diesem Getriebe verkauft. Modelle, bei denen man nichts weiter tun musste, als das Gaspedal zu halten, begannen sich zu vermehren. Honda war damit sicher nicht allein. Yamaha führt jetzt bei der MT-09 und MT-07 die Y-AMT-Automatik ein, bei der anstelle einer Kupplung und einer Kulisse Elektromotoren für sanfte Schaltvorgänge sorgen. Auch Kawasaki lässt nicht locker und hat die Z 7 Hybrid und die Ninja Z Hybrid auf den Markt gebracht - Benziner kombiniert mit Elektrik und einer Automatik. BMW verfolgt einen etwas anderen Ansatz und plant für die neue R 1300 GS einen automatischen Schaltassistenten (ASA).
Es ist nur so, dass immer mehr Hersteller dies ausprobieren, und es sieht so aus, als ob das Automatik-Bike bereits seinen Platz in der Motorradwelt eingenommen hat und Hand in Hand mit dem Trend zu mehr Zugänglichkeit für den Fahrer geht. Ein Motorrad mit Automatik macht also Sinn. Aber hier scheiden sich die Geister der Motorradfahrer. Für die einen ist es ein willkommener Schritt in die Zukunft, für die anderen ein klarer Verrat am Motorradsport. Motorräder mit Automatikgetriebe haben viele Vorteile und bieten vor allem Komfort, zum Beispiel im Stau, in der Stadt oder wenn man die Fahrt in vollen Zügen genießen und sich nicht um die Schaltung kümmern will. Es gibt jedoch immer noch Stimmen, die sagen, dass es beim Motorradfahren vor allem um das Schalten, die Gänge, das Gasgeben und das Gefühl der Kontrolle über zwei Räder und eine Strecke geht.
Ganz gleich, ob Sie zu den eingefleischten Motorradfahrern gehören, die ganz klar an die Klassiker glauben, oder ob Sie eine moderne Herangehensweise an das Schalten bevorzugen, unser gemeinsames Ziel ist dasselbe - maximaler Fahrspaß und unfallfreies Fahren!
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Autorin des Artikels: Jana Prnková