Ein Motorradkompressor eignet sich sowohl zum regelmäßigen Aufpumpen der Reifen als auch zur Behebung einer Reifenpanne unterwegs. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen können jedoch erheblich sein. Deshalb haben wir vier Akku-Kompressoren getestet und dabei vor allem auf die Aufpumpgeschwindigkeit, die Akkulaufzeit und die praktische Handhabung geachtet.

Dabei gilt nicht immer, dass der Kompressor mit der längsten Laufzeit automatisch die beste Wahl für jeden ist. Ein Motorradfahrer, der nur gelegentlich den Reifendruck anpassen möchte, wird ein anderes Modell schätzen als jemand, der eine Reserve für längere Fahrten sucht.
So haben wir die Motorradkompressoren getestet
Jeden Kompressor haben wir an einem Reifen mit einem Ausgangsdruck von 0 bar getestet. Der Zielwert lag bei 2,3 bar. Wir haben die Zeit gemessen, die zum Aufpumpen des ersten Reifens benötigt wurde, und dann mit den weiteren Reifen fortgefahren , bis die Batteriekapazität erschöpft war.
Neben der Geschwindigkeit haben wir auch praktische Eigenschaften wie beispielsweise die Geräuschentwicklung oder die Erwärmung während des Betriebs beobachtet.
Vergleich von Motorrad-Kompressoren
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Parameter |
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1. Reifen |
0–2,3 bar |
0–2,3 bar |
0–2,3 bar |
0–2,3 bar |
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2. Reifen |
0–1,7 bar |
0–2,3 bar |
0–1,3 bar |
0–1 bar |
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3. Reifen |
– |
0–2,3 bar |
– |
– |
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4. Reifen |
– |
0–1,6 bar |
– |
– |
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Leistung |
50 W |
nicht angegeben |
keine Angabe |
nicht angegeben |
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Spannung |
7,4 V |
keine Angabe |
keine Angabe |
keine Angabe |
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Akkukapazität |
2 × 2000 mAh |
2000 mAh |
keine Angabe |
keine Angabe |
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Max. Druck |
nicht angegeben |
bis zu 150 PSI |
keine Angabe |
keine Angabe |
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Abmessungen |
89 × 47,5 × 137 mm |
keine Angabe |
keine Angabe |
keine Angabe |
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Voreingestellte Modi |
Auto, Motorrad, Fahrrad, Ball |
Auto, Motorrad, Fahrrad, Ball |
Auto, Motorrad, Fahrrad |
Auto, Motorrad, Fahrrad |
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Erkenntnis aus dem Test |
Reicht für knapp zwei Reifen |
Längste Lebensdauer und schnellstes Aufpumpen im Test |
Lauter, reicht für knapp zwei Reifen |
Erwärmt sich sehr schnell stark, schlechtestes Testergebnis |
Wie haben sich die einzelnen Kompressoren geschlagen?
Akku-Kompressor MotoZem

Der Akku-Kompressor MotoZem pumpte den ersten Reifen in 10 Minuten von 0 auf 2,3 bar auf. Beim zweiten erreichte er einen Druck von 1,7 bar.
Das bedeutet, dass er mit einer Akkuladung einen Reifen vollständig und einen zweiten zu einem großen Teil aufpumpen kann. Für den normalen Gebrauch, bei dem man den Reifendruck nur anpassen oder den Reifen gelegentlich nachpumpen muss, ist diese Laufzeit mehr als ausreichend.
Seine Leistung beträgt 50 W, die Spannung 7,4 V und die Akkukapazität 2 × 2000 mAh. Außerdem bietet er vier voreingestellte Modi für Auto, Motorrad, Fahrrad und Ball.
Das Testergebnis zeigt zugleich, warum es nicht sinnvoll ist, einen Kompressor allein danach zu bewerten, wie viele komplette Reifen er von Null auf befüllen kann. Im normalen Gebrauch muss ein Motorradfahrer in der Regel nicht mehrere völlig leere Reifen hintereinander aufpumpen.
Akku-Kompressor mit Powerbank SHARK BP-150 schwarz
Die längste Laufzeit in unserem Test erzielteder Akku-Kompressor mit Powerbank SHARK BP-150, schwarz.
Den ersten Reifen pumpte er in 7 Minuten von 0 auf 2,3 bar auf, und für den zweiten benötigte er ebenso lange. Den dritten Reifen pumpte er in 8 Minuten auf, und den vierten schaffte er noch auf 1,6 bar.
Der SHARK ist daher vor allem dann sinnvoll, wenn Sie eine größere Akku-Reserve und die Möglichkeit der wiederholten Nutzung ohne Aufladen benötigen. Das kann beispielsweise bei längeren Fahrten oder bei Reisen mit mehreren Personen von Vorteil sein.


Intelligenter Akku-Kompressor Interphone, schwarz
Der intelligente Akku-Kompressor Interphone schwarz benötigte für den ersten Reifen 14 Minuten. Beim zweiten erreichte er einen Druck von 1,3 bar.
Beim ersten vollständigen Aufpumpen war er somit das langsamste Modell in unserem Test. Während des Gebrauchs stellten wir zudem eine höhere Geräuschentwicklung fest.
Interphone Mini-Akku-Kompressor, schwarz
Der Mini-Akku-Kompressor Interphone schwarz schaffte den ersten Reifen von 0 auf 2,3 bar in 12 Minuten. Beim zweiten erreichte er einen Druck von 1 bar.
Beim Testen stellten wir zudem eine deutliche und schnelle Erwärmung des Kompressors fest. Sein Hauptvorteil dürfte vor allem die kompakte Bauweise sein – ideal für alle, die Platz im Gepäck sparen möchten.

Welchen Kompressor für das Motorrad soll man wählen?
Die Wahl sollte in erster Linie davon abhängen, wie Sie den Kompressor nutzen werden.
Wenn Sie einen Kompressor hauptsächlich für die regelmäßige Überprüfung und das gelegentliche Aufpumpen der Reifen suchen, müssen Sie nicht um jeden Preis zu einem Modell mit der höchsten Laufzeit greifen. In diesem Fall kann der Akku-Kompressor MotoZem völlig ausreichen. Bei unserem Test hat er problemlos einen komplett leeren Reifen aufgepumpt und hatte noch Kapazität für einen weiteren.
Wenn Sie hingegen längere Fahrten planen, eine größere Reserve wünschen oder von wiederholtem Einsatz ohne Auflademöglichkeit ausgehen, ist ein Modell mit höherer Laufzeit sinnvoller. Von den vier getesteten Modellen schnitt der SHARK BP-150 in dieser Hinsicht am besten ab.
Bei einem kleinen oder Mini-Kompressor kann auch dessen Größe ausschlaggebend sein. Auf einem Motorrad ist der Platz begrenzt, sodass manchmal eine kompakte Bauweise wichtiger sein kann als die maximale Akkukapazität.
Worauf sollte man bei der Auswahl eines Kompressors achten?
Wichtig ist die Aufpumpgeschwindigkeit. In unserem Test dauerte das Aufpumpen eines gesamten Reifens je nach Modell 7 bis 14 Minuten.
Die Akkulaufzeit ist ebenfalls wichtig, sollte aber nicht das einzige Kriterium sein. Es besteht ein Unterschied zwischen einem Test, bei dem Sie die Reifen mit dem Kompressor wiederholt von 0 bar aus vollständig aufpumpen, und einer alltäglichen Situation, in der Sie den Druck lediglich um einige Zehntel bar erhöhen müssen.
Für Reisen empfehlen wir daher, eine Kombination aus mehreren Parametern zu berücksichtigen: Geschwindigkeit, Akkulaufzeit, Größe, Gewicht und die Art und Weise, wie Sie den Kompressor tatsächlich nutzen werden.
Welchen Kompressor würden wir wählen?
Es gibt keinen eindeutigen Sieger für jeden.
Der SHARK BP-150 hatte in unserem Test die höchste Laufzeit und gleichzeitig die schnellste Befüllgeschwindigkeit. Er ist daher eine interessante Wahl für alle, die auf längeren Reisen eine möglichst große Reserve haben möchten.
Der Akku-Kompressor MotoZem wiederum ist sinnvoll für den normalen Motorradfahrer, der einen kompakten Akku-Kompressor zur Hand haben möchte, um regelmäßig den Reifendruck zu überprüfen und die Reifen gelegentlich nachzufüllen. In einem solchen Anwendungsfall ist es nicht notwendig, dass das Gerät mit einer einzigen Akkuladung mehrere komplett leere Reifen befüllen kann.
Unser Test hat vor allem eines gezeigt: Bei der Auswahl eines Kompressors sollte man nicht nur auf den maximalen Druck oder die Akkukapazität achten. Wichtiger ist es, ein Modell danach auszuwählen, wie man es im realen Einsatz tatsächlich nutzen wird.
Bei der Auswahl von Motorradausrüstung sind oft Details entscheidend, die man auf den ersten Blick nicht aus der Produktbeschreibung erkennen kann. Deshalb haben wir uns auch weitere Ausrüstungsgegenstände angesehen und die einzelnen Optionen hinsichtlich ihrer praktischen Anwendung, ihrer Funktionen und der Unterschiede verglichen, die bei der Auswahl eine Rolle spielen können. Wenn Sie gerade auf der Suche nach weiterer Ausrüstung für Ihr Motorrad sind, schauen Sie sich auch unsere anderen Vergleiche an:
Die häufigsten Fragen zu Motorradkompressoren
Welcher Kompressor eignet sich am besten für ein Motorrad?
Das hängt davon ab, was Sie von ihm erwarten. Wenn Ihnen die Aufpumpgeschwindigkeit und die Akkulaufzeit am wichtigsten sind, hat in unserem Test der Akku-Kompressor mit Powerbank SHARK BP-150 in Schwarz am besten abgeschnitten. Er hat drei komplette Reifen und einen Teil eines vierten Reifen aufgepumpt.
Wie lange dauert es, einen Motorradreifen aufzupumpen?
In unserem Test dauerte das Aufpumpen eines Reifens von 0 auf 2,3 bar je nach Modell etwa 7 bis 14 Minuten.
Wie viele Reifen kann der Akku-Kompressor mit einer Akkuladung aufpumpen?
Die Laufzeit variiert erheblich zwischen den einzelnen Modellen. Einige der getesteten Kompressoren schafften einen ganzen Reifen und einen Teil eines zweiten, während der SHARK BP-150 drei ganze Reifen und einen Teil eines vierten aufpumpte.
Was ist besser: ein Akku-Kompressor oder ein 12-V-Kompressor?
Ein Akku-Kompressor ist praktischer, da er ohne Kabel und ohne externe Stromversorgung auskommt. Ein 12-V-Kompressor ist wiederum nicht durch die Kapazität der eigenen Batterie eingeschränkt, sofern man ihn an eine geeignete Stromquelle anschließen kann.
Worauf sollte man bei der Auswahl eines Kompressors für ein Motorrad achten?
Entscheidend sind vor allem die Aufpumpgeschwindigkeit, die Akkulaufzeit, die Abmessungen und das Gewicht. Für unterwegs ist es sinnvoller zu wissen, wie viele Reifen der Kompressor tatsächlich bewältigen kann, als sich nur auf den vom Hersteller angegebenen Maximaldruck zu verlassen.
Kann sich ein Akku-Kompressor während des Betriebs erwärmen?
Ja, beim Komprimieren von Luft entsteht Wärme, und der Kompressor kann sich während des Betriebs erwärmen. In unserem Test haben wir beim schwarzen Mini-Akku-Kompressor von Interphone eine deutlichere und schnellere Erwärmung festgestellt.
Kann man einen Motorradkompressor auch für ein Auto oder ein Fahrrad verwenden?
Bei vielen tragbaren Kompressoren ist dies der Fall. Einige Modelle verfügen sogar über voreingestellte Modi für Motorräder, Autos, Fahrräder oder Bälle. Es ist jedoch immer notwendig, die konkreten Parameter des jeweiligen Kompressors zu überprüfen.
Autorin: Jana Prnková